← Zur News-Übersicht

AKTIVITÄTEN · SEMINAR AM

Wo Wege sich kreuzen – und aus Vielfalt Gemeinschaft wird

Ein Rückblick auf „Aikibudo meets Friends 2026“ in Odendorf

Zu den Fotos ↓
Gruppenfoto von Aikibudo meets Friends 2026 in Odendorf

Was entsteht, wenn Menschen aus unterschiedlichen Dojos und unterschiedlichen Budo-Richtungen zusammenkommen? Vielleicht genau das, was wir uns für „Aikibudo meets Friends 2026“ gewünscht hatten: ein Tag voller Begegnung, Bewegung, Lernen und gegenseitigem Respekt.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen unter anderem aus dem Gohshinkan Ryū Dojo in Soest, aus der Eifel und natürlich auch aus dem Dojo von Paul Zschiedrich in Dresden. Unterschiedliche Erfahrungen, unterschiedliche Wege – und doch entstand schnell eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit.

Ankommen. Still werden. Gemeinsam beginnen.

Der Tag begann mit einer Meditation. Volker Regh gab dazu einen Impuls und leitete die Teilnehmer durch diesen ersten gemeinsamen Moment. Es war ein bewusstes Ankommen, ein Innehalten und Sammeln.

Aus dieser Ruhe ging es direkt in die Bewegung. Volker leitete das Aufwärmtraining, in dem erste Bewegungsabläufe aufgenommen, der Körper vorbereitet und die Aufmerksamkeit geschärft wurden. So entstand ein natürlicher Übergang von der Stille in die Bewegung und schließlich in die Budo-Arbeit.

Danach übernahm Paul Zschiedrich seine erste Trainingseinheit. Greifen, Einschieben und Schläge wurden mit freien Abwehrbewegungen aufgenommen und in kontrollierte Lösungen geführt. In der anschließenden Einheit übernahm Volker mit klassischen Aiki-Techniken ausgehend von einem Angriff von außen zum Kopf.

Pizza, Gespräche und ein kleines Stück Gemeinschaft

Zum Mittagessen gab es Pizza, im Seminarpreis bereits enthalten. In den kurzen Pausen sorgte ein Mitbringbuffet mit Snacks und Getränken für Stärkung – und vor allem für kleine Begegnungsräume: ein Gespräch, ein Lachen, ein kurzer Austausch, bevor es wieder auf die Matte ging.

Wenn das Schwert führt, statt zu zerstören

Nach der Mittagspause wurde es besonders vielseitig. Paul zeigte Techniken mit dem Sageo, der Schnur am japanischen Schwert. Mit beeindruckender Leichtigkeit wurde aus dem scheinbaren „Kuddelmuddel mit den Seilen“ eine kontrollierte Technik, mit der ein Partner geführt, gefesselt und am Boden fixiert werden konnte.

„Am besten fand ich die große Breite an Lösungen, die verschiedene Situationen verlangen könnten. Die Paul dann auf seine Art zu lösen weiß. Und dieser Kuddelmuddel mit den Seilen fand ich echt lustig!“

Für einige Teilnehmer waren die Waffeneinheiten völliges Neuland. Ein Teilnehmer beschrieb die Erfahrung so:

„Viele neue Bewegungen, die meinen internen Speicher schnell zum Überlaufen brachten. So schnell ist man wieder Anfänger auf der Matte.“

Und vielleicht liegt genau darin ein besonderer Wert solcher Begegnungen: Raus aus der Komfortzone, alte Muster verlassen, Neues ausprobieren und über den eigenen Tellerrand schauen. Mit- und voneinander lernen, schwitzen, an Grenzen kommen – und dabei viel Spaß haben.

In Volker Reghs anschließender Einheit stand wiederum das Schwert im Mittelpunkt. Ausgangssituation war ein Partner, der die Hand ergreift, um das Ziehen des Schwertes zu verhindern. Das Schwert wurde dabei nicht als Werkzeug der Zerstörung verstanden, sondern als Mittel, den Partner zu führen und zu kontrollieren. Der zentrale Gedanke: konsequent und souverän handeln – und dennoch Güte und Gnade bewahren.

Wenn zwei Wege aufeinander treffen

Was diesen Tag besonders machte, war nicht nur die Vielfalt der Themen, sondern auch die Art, wie die Einheiten miteinander verbunden waren. Eine Teilnehmerin beschrieb es so:

„Mich hat es beeindruckt, wie gut die unterschiedlichen Einheiten aufeinander abgestimmt waren. […] Die Offenheit und gleichzeitig die Tatsache, dass da eine Linie auch zwischen den beiden Referenten verfolgt wurde, fand ich sehr schön, sehr stimmig und auch sehr anspruchsvoll und bereichernd.“

Zwei unterschiedliche Lehrer, zwei persönliche Zugänge – und dennoch ein gemeinsamer Raum, in dem sich die Teilnehmer ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln konnten.

Kurzstock, Kurzschwert und lange Klinge

Paul nahm die Teilnehmer anschließend mit in die Arbeit gegen den Kurzstock und Kurzstock gegen Kurzstock. In der letzten Einheit zeigte Volker Techniken mit Tanto beziehungsweise Kodachi gegen einen Angriff mit dem Odachi.

Sieben Einheiten – und jede brachte eine andere Perspektive mit. Mal ohne Waffen, mal mit Kurzstock, mal mit dem Schwert. Mal ging es um Struktur, Bewegung, Kontrolle und Führung oder darum, eine Situation konsequent zu lösen, ohne den anderen verletzen zu müssen.

„Auch im Chaos gibt es eine Struktur.“

„Für mich war zu sehen, dass eben auch im Chaos eine gewisse Struktur existiert.“

Vielleicht beschreibt dieser Satz einen Kern des Tages besonders gut: Was zunächst wie ein Kuddelmuddel wirkt, kann bei genauerem Hinsehen Struktur, Bewegung und Möglichkeiten enthalten.

Sieben Stunden, die wie im Flug vergingen

Die Teilnehmer arbeiteten konzentriert und fleißig, probierten aus und ließen sich auf die unterschiedlichen Unterrichtsweisen ein. Gleichzeitig wurde die Atmosphäre als harmonisch, offen und angenehm erlebt. Menschen aus unterschiedlichen Budo-Richtungen bildeten für diesen Tag eine Gemeinschaft.

Und vielleicht war genau das die eigentliche Idee hinter „Aikibudo meets Friends“: Nicht zu zeigen, welcher Weg der richtige ist. Sondern die Möglichkeit zu schaffen, verschiedene Wege kennenzulernen, voneinander zu lernen und miteinander zu wachsen.

Begegnung. Respekt. Inspiration.

Als wir im Vorfeld geschrieben haben: „Wo Wege sich kreuzen“, dann war das mehr als nur ein Titel. An diesem Tag haben sich Wege tatsächlich gekreuzt.

Unser Dank gilt Paul Zschiedrich für seine vielseitigen und inspirierenden Unterrichtseinheiten, allen angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Offenheit und ihren Einsatz und allen, die diesen besonderen Tag mitgestaltet haben.

„Danke an euch als Referenten. Großen Respekt, wie ihr den Tag gestaltet habt und die einzelnen Einheiten verständlich, ruhig und mit genug Zeit zum Üben rübergebracht habt.“

Und der Tag bleibt nicht nur in Erinnerung

Zu „Aikibudo meets Friends 2026“ wird eine eigene Videoreihe entstehen, die zu einem späteren Zeitpunkt online veröffentlicht wird. Sie wird noch einmal Eindrücke und Ausschnitte dieses besonderen Tages festhalten.

Bis dahin bleibt uns die Erinnerung an einen Tag, an dem sich viele Wege begegnet sind.

Aikibudo meets Friends 2026 – ein Tag, an dem Budo Brücken gebaut hat.

Begegnung. Respekt. Inspiration.

Gemeinsam. Respektvoll. Miteinander.

MOMENTE, DIE BLEIBEN

Weitere Eindrücke vom gemeinsamen Üben

Teilnehmende sitzen konzentriert auf der MatteGemeinsamer stiller Moment vor dem TrainingAufmerksames Ankommen im Kreis der TeilnehmendenVolker Regh bei der Meditation neben einer KlangschaleTeilnehmende und Lehrer im gemeinsamen SitzkreisDer Kreis der Seminarteilnehmenden in der TrainingshalleKalligrafie und Erinnerungsbilder am Rand der MatteZwei Teilnehmende hören im Kniesitz aufmerksam zuDynamische Wurftechnik in der PartnerarbeitPartnerübung mit einer kontrollierten WurfbewegungGemeinsames Üben einer AbwehrbewegungZwei Teilnehmende erproben die Führung im KontaktPartnerübung mit aufmerksamer FührungEine Bewegung wird gemeinsam praktisch erprobtVolker Regh demonstriert kontrollierte Partnerführung
Zurück zur Übersicht